Gipfelsprint Blog Diversivität in Teams

Wie Kreativität und Innovation von unterschiedlichen Perspektiven profitieren

Für viele von uns ist es zu unserem Alltag geworden in unterschiedlichen Teams mitzuwirken, sei es im beruflichen Kontext, wie in Arbeitsgruppen, Projektteams oder Start-up-Teams, oder im privaten Bereich, wie zum Beispiel in Sportmannschaften oder bei ehrenamtlichen Tätigkeiten. So lassen sich viele Herausforderungen meistern und Probleme lösen, die alleine nicht oder nur schwer zu bewältigen wären. Doch viele Teammitglieder werden berichten können, dass auch diese Form der Zusammenarbeit von Höhen und Tiefen geprägt ist. „Wir haben nicht so richtig zueinander gepasst“ ist eine typische Aussage, die im Misserfolgsfall als Erklärung dient. Dem gegenüber steht die bei Erfolg herangezogene Redensart „Da haben alle Rädchen ineinandergegriffen.“ Woran lässt sich also festmachen, dass ein Team ausgewogen zusammengestellt ist oder nicht? Und in welchen Situationen kommt es besonders auf die Unterschiede und nicht die Gemeinsamkeiten zwischen Teammitgliedern an?

Diversität – Pro und Contra?

Unterschiede zwischen Mitgliedern eines Teams hinsichtlich eines spezifischen Merkmals werden unter dem Begriff „Diversität“ zusammengefasst. Dabei sind besagte Merkmale recht vielschichtig und beziehen sich entweder auf schnell erkennbare Eigenschaften, wie Geschlecht, Alter oder Ethnie, oder auf vom Gegenüber erst allmählich zu entdeckenden Eigenschaften, wie beruflicher Hintergrund, themenspezifische Vorerfahrung oder Hobbys. Somit bringt jedes Mitglied seine individuellen Merkmale mit in ein Team ein, wovon die Zusammenarbeit profitieren kann. Allerdings entsteht auch Potenzial für Konflikte oder Kommunikationsprobleme, die auf unterschiedlichen Vorstellungen, Meinungen oder Interessen basieren können. Ursächlich hierfür ist unsere Tendenz, sich eher mit Gleichgesinnten zusammenzutun. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Grüppchenbildung im Team, wodurch gemeinsame Zielsetzung und Identität auf Teamebene in den Hintergrund geraten und die Teamleistung schwindet. Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeiten durch unterschiedliche Fachkenntnisse, Wissensgrundlagen und Erfahrungsschätze vielfältige Perspektiven auf zu komplexe Herausforderungen und Probleme zu werfen und dadurch eine ausgereifte Lösung zu finden.

women at the meeting

Um dieses zweischneidige Schwert der Diversität zu Gunsten des Teams zu nutzen, gilt es alle Teammitglieder zu integrieren und eine Atmosphäre zu schaffen, die von Offenheit und Toleranz gekennzeichnet ist. Alle Mitglieder sollen das Gefühl haben, ihre Meinung in Teamentscheidungen einbringen zu dürfen, unabhängig von ihren individuellen Merkmalen. Vor allem Führungskräfte sind dann gefragt, die Interessen aller Mitglieder gleichwertig in Entscheidungsprozesse zu integrieren und sollten es vermeiden, Partei zu ergreifen, um Grüppchenbildungen nicht noch zu verstärken. Durch den so ermöglichten Austausch zwischen diversen Teammitgliedern ist dann zu erwarten, dass eine Vielfalt an Perspektiven eingenommen wird und unterschiedliche Informationen auch schneller mit anderen Teammitgliedern geteilt werden. Der so angeregte Austausch von Informationen und Perspektiven sorgt dann für einen größeren Handlungsspielraum: unterschiedliche Personen bringen ganz unterschiedliche Herangehensweise an die Problemlösung mit sich, generieren vielfältigere Ideen und regen sich gegenseitig an, kreative und innovative Wege zu gehen.

Diversität bei Start-ups – Gemeinsam an einem Strang ziehen durch unterschiedliche Perspektiven

photo of people near wooden table

Diesen Vorteil machen sich oft Start-up-Teams zunutze, aber auch hier ist es notwendig, der Teamzusammenstellung hohe Aufmerksamkeit zu widmen. Start-ups bekommen schon zu Beginn der Zusammenarbeit in unserem Acceleration Programm bewusstgemacht, wie bedeutsam die Zusammenstellung des Gründungsteams ist. Einerseits müssen die Gründungsmitglieder dem Start-up zu hundert Prozent verschrieben sein und den Nachweis erbringen, dass sie für ihre Idee brennen. Wir verlangen also hinsichtlich Motivation, Commitment und Arbeitsweise ein relativ homogenes Team. Andererseits ist aber ein Start-up von innovativen Gedanken und Lösungsansätzen abhängig, sowohl in der Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung als auch im Akquirieren von Finanzmitteln.

Mit eines der wichtigsten Kriterien für Investor*innen zur Zusage von Finanzmitteln ist die Vielfalt der im Gründungsteam beteiligten Mitglieder. Hier wird wertgelegt auf Unterschiedlichkeit hinsichtlich der Fachexpertise und Verantwortungsbereiche im Start-up. Deshalb spielt bei Start-ups auch nach der Gründung die Personalauswahl eine entscheidende Rolle. Gerade in diesem Zeitraum werden oft implizit Teammitglieder in der Personalauswahl bevorzugt, die ein eher ähnliches Mindset mitbringen, da die Zusammenarbeit hier oft reibungsloser zu verlaufen scheint. Hierdurch geht allerdings auch häufig die Vielfalt der Perspektiven verloren und die notwendige Innovationskraft zur Weiterentwicklung von Produkten bleibt auf der Strecke. Folglich ist es wichtig, die richtige Mischung aus zwischenmenschlicher und fachlicher Passung zu finden.

Um Start-ups dabei zu unterstützen, haben wir über unser Start-up Acceleration Camp hinweg verschiedene Workshops integriert, die sich damit befassen, wie Rollen zwischen den Teammitgliedern passend aufgeteilt werden, wie eine nachhaltige Teamstruktur aufgebaut wird und wie eine Kultur geschaffen wird, die langfristig Vielfalt im Start-up fördert. Zusätzlich fördern wir neben Gründer*innen auch Führungskräfte aus dem Mittelstand im Ausbau ihrer unternehmerischen Führungsqualitäten. Hierzu bieten wir unabhängig von unserem Acceleration Programm spezifische Workshopformate an, die darauf abzielen, unternehmerisches Führen zu fördern und eine Unternehmenskultur zu schaffen, die Diversität wertschätzt und dadurch Innovationen den Weg bereitet.

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